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Chamuel: Wintertraining und Schweizermeister im Nacht-OL

In das neue Jahr gestartet bin ich zwar in der Schweiz mit dem alljährlichen Langlauflager im Goms, danach ging es aber gleich wieder zurück nach Stockholm. Die verbleibenden fünf Wochen nutze ich für viele qualitative Trainings, bei denen ich meistens mit Karte und Kompass ausgerüstet meinen Weg durch die verschneiten Wälder suchte. Die Schneehöhe hielt sich glücklicherweise im Rahmen, und so ging es immer gerade noch.  Mit einem fünften Rang bei der Januaredition der Nacht-OL-Serie Mila by Night und einem dritten Rang am Gore-Tex Winterrun konnte ich meine gute Form unter Beweis stellen. 

 

Während der Fahrt von Schweden zurück in die Schweiz legte ich einen Stop in Silkeborg ein und trainierte erneut in relevantem Gelände der Junioren-WM. Gerade zuhause angekommen ging es gleich mit dem Wirtschaftsstudium an der Uni Basel los. Am Anfang war ich leicht überfordert und ich musste mich zuerst einarbeiten, mittlerweile habe ich mich aber ziemlich gut eingelebt.

Klimatisch war die Umstellung fast wie von einem Training im Schneesturm in die Sauna. Vom tiefsten skandinavischen Winter wechselte ich in das fast schon sommerliche Wetter in der Schweiz mit bis zu 20°C.

Der jährliche Leistungstest bestätigte mein gutes Gefühl betreffend physischer Form. Im Steigungs- und Flachtest konnte ich mich im Vergleich zu den Vorjahren relativ deutlich steigern, was natürlich im Hinblick auf den baldigen Saisonstart ein grosser Motivationsschub ist.

Nach aber nur zwei Wochen zuhause stand bereits wieder ein Highlight des Wintertrainings bevor.  Der älteste Jahrgang des Juniorenkaders darf jeweils mit dem Elitekader in ihr Vorbereitungslager in den Süden.  Während neun Tagen trainierten wir zuerst in Figueira da Foz zwischen Lissabon und Porto und dann in Portalegre an der spanischen Grenze in tollem Gelände und mit einer beeindruckenden Trainingsqualität. Dabei nahmen wir auch an zwei WRE-Events teil. Zwischen dem "professionellen Teil" mit Trainings und Auswertungen hatten wir viel Spass zusammen und genossen das tolle Wetter.

Nach Hause gereist bin ich mit einer verhaltenen Zuversicht. Viele Abschnitte waren technisch jeweils sehr gut, kontrolliert und auch schnell. Fast immer hatte ich aber eine Phase im Lauf, bei der ich überhaupt nicht so OL machte, wie ich es mir vornahm und so gelang mir leider keinen ganzen überzeugenden Lauf, der mir viel Selbstvertrauen geben hätte können.

Nach einem Trainingswochenende mit dem Juniorenkader mit dem Fokus auf dem Sprint startete Mitte März die Saison mit der Nacht-OL Schweizermeisterschaft.  Diese wurde in Konolfingen (BE) als Massenstart durchgeführt. Meine Startphase war geprägt von einigen Fehlern, die ich zwar eher klein halten konnte, sich aber natürlich summieren. Nach dem ich die ersten vier Posten noch mit Reto Egger anlief, war es danach wegen dem Gabelungssystem lange ein einsames Rennen. Nach 45' holte ich Fabian Aebersold ein, wusste aber nicht, wie wir im Rennen stehen. Im zweiten Gabelungssystem konnte ich mich wegen einem administrativen Fehler von ihm absetzen, wurde aber danach wieder wegen einem Fehler meinerseits eingeholt. Gleichzeitig fand Jonas Soldini den Anschluss an die Spitze. Und so kam es schlussendlich zur Entscheidung auf der Schlussrunde, bei der ich von taktischen Fehlern von Fabian profitierte, aber auch sehr sauber und schnell OL machte und so ihnen wenig Spielraum ermöglichte. Am Schluss rettete ich 4s ins Ziel. Unter anderem darüber, weshalb ich glaubte, keine Chance am Schluss zu haben und wie ich mein Rennen erlebt habe, spreche ich im Videointerview, welches hier in den Bericht von Swiss Orienteering integriert ist. Ebenfalls findet man dort die Resultate und ein Actionvideo.

Die Nacht-SM scheint mir gut zu passen. Seit ich 14 Jahre alt bin habe ich bei den sieben Nacht-SMs vier Mal gewonnen und insgesamt fünf Medaillen gesammelt. Wieso es in der Nacht meistens so gut aufgeht, weiss ich nicht, aber diese Statistik macht natürlich Spass.

Diesen Schwung würde ich gerne in den weiteren Saisonverlauf mitnehmen. In 2,5 Wochen findet bereits die Schweizermeisterschaft über die Mitteldistanz statt, im Mai beginnt die Testlaufserie für die Junioren-WM im Sommer.

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Brüder aus Münchenstein, BL

beide im Nationalkader von Swiss Orienteering

30 SM-Medaillen

3 internationale Medaillen

12 internationale Top-Ten Ränge



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Fotos: u. a. Rémy Steinegger, Red Bull