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Chamuel: Und schon ist es wieder vorbei

Es ist wie bei einem Kind, welches sich richtig auf Weihnachten freut. Es zählt, wie häufig es noch schlafen muss, dekoriert, macht Weihnachtsgutzli und stellt sich vor, wie schön es sein wird. Und wenn dann die Festlichkeiten vorüber sind und der Weihnachtsbaum auch die letzte Nadel verloren hat, ist es vielleicht sogar etwas traurig, weil Weihnachten zwar wunderschön war, aber halt nicht so perfekt, wie es sich vorgestellt hat. Und auf was soll man sich jetzt noch freuen?

 

Ein bisschen ähnlich ist es mir nach dieser Junioren-WM ergangen.  Es war eine super Zeit mit einem wirklich tollen Team,  sehr gut organisierten Wettkämpfen mit vielen "hopp Schwiiz"-Rufen im Zielbereich, spannendem Gelände und guten Läufen meinerseits. Mit Rang 9 über die Langdistanz,  dem vierten Rang in meinem Heat in der Qualifikation für die Mitteldistanz, Rang 10 im Mitteldistanz Final und dem vierten Rang und Bestzeit auf der ersten Strecke in der Staffel konnte ich eine aus meiner Sicht eindrückliche Konstanz in den Waldwettkämpfen zeigen. Gröbere Fehler über 30s sind mir keine passiert. Die Leistungen waren sehr gut.

Trotzdem war ich in den Tagen danach leicht enttäuscht. Der Grund ist hauptsächlich, dass ich vorher davon ausgegangen bin, dass, wenn ich so laufen werde, ich besser rangiert sein werde. Ich habe auf ein Diplom in einem Einzelrennen gehofft und das habe ich nicht erreicht. Erstens war meine Einschätzung, welches Resultat möglich wäre bei guter Leistung meinerseits, wahrscheinlich leicht falsch. Dies hat verschiedene, auch im Nachhinein nachvollziehbare Gründe. Zweitens hat in den guten Läufen das gewisse Extra gefehlt. In der Langdistanz lief ich viel zu häufig Strich, sammelte dadurch viele Höhenmeter und verbrauchte unnötig viel Energie, die mir dann am Schluss fehlte. Dazu schlichen sich einige, kleinere Fehler ein. In der Mitteldistanz suchte ich bereits den zweiten Posten 20s und verlor etwas die Nerven nach dem Überlauf. Drittens fehlte jeweils auch nicht viel zu einer besseren Rangierung.  In der Langdistanz verlor ich nach 69' Laufzeit 43'' auf ein Diplom und 1' 33'' auf eine Medaille. Im Middle war es noch enger.  Mir fehlten 9'' für ein Diplom und 50'' auf die Medaille.

So oder so bin ich richtig dankbar, dass ich meine Vorbereitung praktisch genau so absolvieren konnte, wie ich es plante.  Der Verletzungsteufel war sehr gütig mit mir, das Studium lies sich optimal kombinieren und ich erhielt auf ganz verschiedene Art und Weise grossartigen Support von sehr vielen Personen. Ein grosses Merci an alle, die mich auf meinem Weg unterstützen!

Bilder: Christian Aebersold

Rangliste, Karten, GPS, Aftermovie: www.jwoc2019.dk

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Brüder aus Münchenstein, BL

beide im Nationalkader von Swiss Orienteering

30 SM-Medaillen

3 internationale Medaillen

12 internationale Top-Ten Ränge



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Fotos: u. a. Rémy Steinegger, Red Bull